KreAktiv Wohnprojekt

Gebäude vorher/nachher. Foto: KreAktiv Wohnprojekt Oldenburg

 

Ina Lehnert-Jenisch

Wir starten die Vorstellung mit der Wohngenossenschaft KreAktiv Wohnen eG in der
Straße Beverbäker Wiesen 8. Dazu habe ich Anfang Februar 2026 ein Interview mit
Karin Schultz und Maria Tepe geführt zu Informationen und persönlichen
Einschätzungen. Karin hat mit ihrem Ehemann Jürgen seit 2014 an diesem Projekt
mitgewirkt. Im Frühjahr 2017 erfolgte dann der Einzug aller Bewohner*innen. Maria
ist seit 2023 dabei.


Daten und Fakten

3.400 qm Grundstück, 12 barrierearme Wohnungen zwischen 65 bis 130 qm und
eine Gästewohnung, jeweils mit Terrassen bzw. Dachterrassen. 16 Bewohner*innen
leben hier. KreAktiv ist eine Genossenschaft mit Wohneigentum. Es gibt
Gemeinschaftsbereiche; die Wohnungen gehören den Eigentümer*innen. Die
ehemalige LKW-Reparaturwerkstatt der Bundeswehr mit circa 130 m² dient heute
den Bewohner*innen als Gemeinschaftsraum. Spektakulär ist die „Laufkatze“ unter
der Decke; mit dem Kran wurden früher die Motoren aus den LKWs gehoben. Auch
die alten Lampen sind noch original. Der gesamte Gebäudekomplex unterliegt als
Einzeldenkmal dem Denkmalschutz.


KreAktiv – mehr als nur Wohnen!

KreAktiv ist ein Wohnprojekt von Menschen, die ihr Leben und Wohnen zusammen
gestalten wollen. Gemeinsame Aktivitäten wie Kino, Theater, Fahrradtouren oder
Feten gehören ebenso dazu wie spontane Treffen bei Sonnenschein auf der
Terrasse. Miteinander etwas bewegen, sich austauschen und teilen ist für Karin ein
wichtiger Bestandteil des Gemeinschaftlichen - ebenso wie eine Balance zwischen
Nähe und Distanz zu finden. Für Maria ist es wichtig, sich mit den Bewohner*innen
verbunden zu fühlen, das Miteinander zu gestalten und füreinander einzustehen.
Beide wissen, um den hohen Stellenwert von Toleranz und Akzeptanz – als
Voraussetzung für ein gutes Miteinander, denn alle Bewohner*innen ziehen mit
einem „Rucksack“ in ein Wohnprojekt und bringen ihre ganz individuellen
Geschichten mit. Gegenseitige Unterstützung und ansprechbar sein, auch in
schwierigen Situationen, ist eine gute Voraussetzung, um in Konfliktsituationen
Lösungen zu finden. Dazu gehört aber auch Hilfe anzufragen und Hilfe anzunehmen.
Alles in allem ist diese Art des Wohnens ein praktikables Wohnmodell der Zukunft!


Wie KreAktiv entstanden ist:

Die Idee zum gemeinschaftlichen Wohnen entstand bereits 2012 im Rahmen der
„Lokalen Agenda 21“ in Oldenburg. Einige der späteren Gründungsmitglieder haben
sich - nach vielen Diskussionen zum Thema Wohnen in Oldenburg - selbst auf den
Weg gemacht, um aus der Theorie Praxis werden zu lassen. Es galt Menschen zu
finden, die bereit waren mit anderen dieses Wagnis einzugehen und sich in vielen
Gesprächen und Treffen kennenzulernen. Zudem waren viele Fragen zu klären:
Bauen oder ein vorhandenes Gebäude finden, Verhandlungen mit dem Investor und
vor allem mit den Banken führen zu Finanzierungsmöglichkeiten. Den Umbau mit
den Architekten Möhlenkamp nach den Wünschen der zukünftigen Bewohner*innen
zu gestalten und dabei den Denkmalschutz im Blick zu behalten, war eine weitere
große Herausforderung. Da die KreAktiv-Bewohner*innen sich für die Rechtsform der
eingetragenen Genossenschaft entschieden haben, folgten viele arbeitsintensive
Stunden, um eine gesetzeskonforme Rechtsgrundlage zu schaffen. 2015 schließlich
wurde die Wohngenossenschaft Kreaktiv Wohnen eG gegründet und das Gebäude
gekauft. Die Sanierung mit vielem Auf und Ab dauerte gut zwei Jahre, bis zum
Einzug 2017.


KreAktiv eingebunden ins Quartier

KreAkiv ist keine Insel, sondern sieht sich als fester Bestandteil im Quartier. Die
KreAktiven waren von Beginn an bei den städtischen Quartiersrunden dabei und
leisten nach wie vor ihren Beitrag für das Quartier. Auch in diesem Sinne findet das
Nachbarschaftstreffen unseres Vereins einmal im Monat im Gemeinschaftsraum statt
– vielen Dank dafür!